Extratrainingseinheiten – viel ist nicht gleich viel

17. Mai 2018

Auf viele Fragen antwortete mein Englischlehrer oft wie folgt und machte es sich dadurch bestimmt nicht leicht: „It all depends.“ Was für die englische Grammatik und so manch anderen Lebensbereich gilt, stimmt auch für das Training.

In der Debatte Pro & Kontra – Extratrainingsheiten, ja oder nein? votiert Claudio Zemp vehement für möglichst viele Trainingseinheiten, während Thomi Borowski eindeutig dafür ist: nöd übersüüre, denn weniger ist mehr. Viel und wenig sind aber relative Begriffe, die individuell zu definieren sind.  

Wenn wir uns mit Sport befassen, gibt es eine wichtige Frage, die wir uns ganz zu Beginn stellen sollten: Was ist unser Ziel? Möchten wir unsere Gesundheit erhalten bzw. fördern, ausdauernder werden oder kräftiger, unsere körperliche Stabilität steigern, zukünftig regelmässig Volksläufe bestreiten oder Sport ganz einfach zu einer Komponente unseres Alltags machen? Egal, welches Ziel wir uns setzen, wichtig ist, eines zu haben. Denn nur mit einem klaren Ziel können wir uns ein optimales Trainingsprogramm bauen. Das Bauen können wir uns selbst überlassen, wenn wir sporterfahren sind oder wir können uns Hilfe holen, zum Beispiel in der Sport- oder Kraftberatung.

Neben den gesetzten Zielen gibt es einige Grundsätze, die - unabhängig von unserem Trainingszustand - gelten sollten. Die folgende Auswahl stammt aus der ASVZ-Trainingslehre, die in diesem Flyer in insgesamt acht Prinzipien so umfassend wie nötig und so kurz wie möglich zusammen getragen sind:

  • Qualität geht vor Quantität. „Die Qualität des Trainings, die Art und Weise, wie trainiert wird, ist immer wichtiger als die Quantität.“
  • Der Körper verdient Gehör und Respekt: „Höre auf den Körper und respektiere deine Grenzen.“
  • Die Variation der Belastung macht das Training bunter: „Immer gleichartige Trainingsreize zu erfahren ist für deinen Organismus genau so langweilig wie für deine Psyche.“
  • Sport als Gewohnheit macht uns reicher: „Mach das Training zu deiner Gewohnheit:“
  • Erholung schliesst den Kreis: „Belasten und Regenerieren bilden eine Einheit.“

Einzeln aufgesplittet, gibt es hier weitere detaillierte Ratschläge zu Ausdauer, Beweglichkeit, Kräftigen, Motivation und Ernährung.

Worauf kommt es also an? Nicht darauf, wie unsere Gschpänli neben uns turnen oder uns möglichst häufiges und schwer bepacktes Training aufzuerlegen, um höher, schneller oder weiter zu kommen. Sondern auf das Ziel unseres Trainings kommt es an, auf das Bedürfnis unseres Körpers und auf die Bereitschaft, Sport zu einem Teil unseres Lebens zu machen – in der ganz für uns individuell abgestimmten Form.

Rebecca Costabile, ASVZ-Mitarbeiterin

 

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